seller wrote:Hallo zusammen,
ich nutze schon sehr lange die Versiom 9.1.0.1 - Sandstorm (Revision 847), bisher ohne Probleme.
Jetzt will ich in zweites NAS4FREE einrichten, zum Sichern des vorhandenen ersten NAS.
seller wrote:1.) Soll ich das vorh. updaten oder kann es auf dem Revisionsstand bleiben?
Meine Vorgehensweise sähe so aus:
Bitte nicht wundern, daß das so umfangreich wird, aber ich behandle hier gleich vier verschiedene Themen gemeinsam (OS-Update, ZFS-Update, Backup zwischen zwei NAS, und zudem gewisse Administrationstechniken).
1. Das alte NAS bleibt erst mal auf dem alten Stand.
2. Beim neuen NAS wird nur der SSH-Dienst eingerichtet (keine Freigaben, o.ä),
3. Beim neuen NAS wird erst mal nur der Pool eingerichtet (gleicher Pool-Name wie im alten NAS).
Achtung! Es kann sein, daß der ZFS-Transfer dann nicht klappt, weil die ZFS-Pool-Versionen nicht gleich sind. Allerdings gibt es da bei den neuen N4F-Versionen ein paar Besonderheiten, wo das dann doch geht. Leider ist mir das erst eingefallen, nachdem ich die ganze Anleitung bereits geschrieben hatte.
3a. Abhilfe: neuen ZFS-Pool auf dem neuen NAS händisch einrichten, und dabei eine alte ZFS-Version erzwingen. Beispiel:
Code: Select all
# zpool create -f -o version=28 -m /mnt/Daten Daten raidz1 ada0 ada1 ada2
3b. Danach Pool auf dem neuen NAS synchronisieren, wie an anderer Stelle beschrieben.
4. Dann führst du den Erstabgleich der Daten (wie weiter unten beschrieben) vom alten auf das neue NAS durch.
5. Nach dem Abgleich führst du auf dem neuen NAS Pool-Update durch (wie weiter unten beschrieben).
6. Falls du Compression einsetzen möchtest, wäre dies der Punkt, wo du auf dem neuen NAS die Datasets auf die Compressions-Methode "lz4" umstellen solltest.
7. Dann kannst du auf dem neuen NAS deine Dienste (z.B. Freigaben, DLNA, usw. konfigurieren). Allerdings solltest du hier keine Erweiterungen (z.B. rrd-Graph o.ä.) einrichten.
Der Grund, weshalb ich die pauschale Übernahme der Konfigurationsdatei der alten Version, nicht durchführe, liegt einfach darin, daß sich in der Zwischenzeit sehr viel an den Default-Werten geändert hat. Daher sollte man die Dienste auch nur mit den neuen Default-Werten einrichten.
Das gilt auch ganz besonders für alle Einstellungen aus dem Bereich System|Advanced Setup und den dortigen Unterpunkten.
Zusätzlich würde ich die Dienste so konfigurieren, daß sie auf den Namen des neuen NAS lauten (z.B. in Services|CIFS/SMB|Settings den "NetBIOS name" auf das neue NAS konfigurieren. Dito gilt das auch für die anderen Dienste, wo der Name des NAS eine Rolle spielt.
8. Du hast dann ein neues NAS, welches sämtliche Daten des alten NAS hat, und auf einer neuen NF4-Version läuft.
So kannst du ganz bequem testen, ob alles so funktioniert, wie es sein soll.
9. Nach einer angemessenen Testphase (da würde ich eine Woche als angemessen empfinden) würde ich auf dem neuen NAS sämtliche Dienste bis auf ssh deaktivieren, und einen inkrementellen Datenabgleich mittels zfs send/receive vom alten auf das neue NAS machen (hängt davon ab, ob man mit dem alten NAS weitergearbeitet hat).
Jetzt hat man die Wahl zwischen zwei sinnvollen Alternativen:
"Alternative mit Upgrade des alten Pools"
oder
"Alternative mit Defragmentierung des Datenbestands"
Durch die Testphase hat man ja einen Eindruck davon, wie schnell die neue Konfiguration ist. Im Normalfall wird sie immer schneller sein, als das alte System. Das liegt nicht nur an den verbesserten Default-Werten, sondern durchaus auch darin, daß während des initialen Überspielens eine Defragmentierung des Datenbestands stattgefunden hat (ja, das passiert tatsächlich bei zfs send/receive).
"Alternative mit Defragmentierung des Datenbestands"
10. Dann würde ich mein altes NAS platt machen (Pool löschen) und mit einem neu eingerichteten USB-Stick mit der neuen N4F-Version aufbauen.
11. Auf dem (ehemals) alten NAS wird mit der neuen N4F-Version der Pool eingerichtet, und nur der ssh Dienst aktiviert.
12. Dann wird vom neuen NAS auf das ehemals alte NAS der Datenbestand zurück kopiert (gleiche Befehle wie beim Erstbackup, nur vom jeweils anderen Rechner aus, und mit vertauschten IP-Adressen).
Ab da geht es dann weiter wie bei der "Alternative mit Upgrade des alten Pools", nur daß man den dortigen Punkt 15 nicht mehr durchführen muß.
"Alternative mit Upgrade des alten Pools"
10. Hierbei wird das alte NAS mit einem neuen USB-Stick und der neuen N4F-Version gestartet.
11. Auf dem ehemals alten NAS wird die IP-Adresse konfiguriert.
12. Die Konfiguration vom neuen NAS wird heruntergeladen, und auf dem ehemals alten NAS aufgespielt.
13. Nach dem Reboot werden auf dem ehemals alten NAS in Disks|Management|HDD Management alle Festplatten entfernt (weil die ja aus der Konfiguration des Backup-NAS stammen. Ist völlig unschädlich, sie werden im nächsten Schritt automatisch wieder eingetragen.
13. In Disks|ZFS|Configuration|Synchronize einfach auf den Synchronize-Button klicken. Gegebenenfalls muß der Pool vorher in Disks|ZFS|Configuration|Detected erst noch importiert werden (read on-disk zfs-config, o.ä), ggfs mehrfach klicken.
14. Reboot.
15. Jetzt kann der alte Pool auf die neue ZFS-Version upgedatet werden: Disks|ZFS|Pools|Tools und dann "Upgrade ZFS and add all supported feature flags on a pool"
16. Auf dem ehemals alten NAS werden werden jetzt die in Punkt 9. deaktivierten Dienste aktiviert, und die nötigen abweichenden Parameter.
17. Fertig
seller wrote:2.) wie richte ich das Sichern ein?
Gar nicht. jedenfalls nicht, falls du so etwas wie ein automatisches Backup meinst. Sichern solltest du immer "händisch", und nicht per Automatik.
Wie man das Erstbackup macht, habe ich z.B. hier beschrieben:
viewtopic.php?f=29&t=11437&p=71501#p71501
Die Gründe dafür, weshalb ich dringend von einer Backup-Automatik abrate, sind sehr umfassend und fundiert, würden aber den Rahmen des aktuellen Posts sprengen. Ich kann das aber gerne näher ausführen.
seller wrote:3.) sind unterschiedliche Versionen ein Problem?
Nein, solange du von einer älteren N4F-Version auf eine neuere sicherst. Das hängt allerdings auch von der verwendeten Sicherungsmethode ab. Bei Verwendung von rsync sind die Versionen (und sogar die verwendeten Dateisysteme (z.B. UFS oder ZFS)) völlig egal.
Solltest du auf beiden NAS ZFS einsetzen, dann solltest du für den Abgleich (zwingend) die Befehle zfs send/receive verwenden, da du nur damit den schnellsten und auch umfassendsten Abgleich hin bekommst.
seller wrote:4.) Wie mache ich ein Update?
Im Prinzip genau so wie den Erstabgleich, nur werden dabei zusätzliche Snapshots und Parameter verwendet, so daß du nach dem Erstabgleich immer inkrementell sichern kannst. Wichtig ist, daß man immer nur mit zfs send/receive sichert.
Wie das genau aussieht, werde ich in einem späteren Post ausführen.
seller wrote:So, viele Fragen für einen Sonntagmorgen.
Für hilfreiche Beantwortung danke ich im Voraus
Die bisher aufgelisteten Schritte sind noch nicht ganz vollständig, aber du kannst evtl. daran abschätzen, wie aufwändig die Umstellung ist.
Meiner Meinung nach, ist der Aufwand sogar ziemlich gering, wenn man Folgendes zusammenfassend berücksichtigt:
1. Man hat zu jeder Zeit die volle Kontrolle darüber, ob die Umstellung der N4F-Version überhaupt funktioniert (das wird sie, aber man kann ja nie wissen).
2. Durch das "händische" Neueinrichten der Dienste hat man die Gelegenheit überflüssigen Ballast loszuwerden, und eine saubere Konfiguration zu fahren..
3. Es gibt keinen Zeitdruck, da man altes und neues System eine gewisse Zeitlang parallel betreiben kann.
4. Es wird eine Defragmentierung der Daten durchgeführt.
5. Durch den Verzicht auf Automatismen übt man
ständig für den Ernstfall. Das ist mit einer der Hauptgründe, weshalb ich hier keine Automtismen einsetze, obwohl das technisch möglich wäre. Es ist übrigens nicht so, daß man dadurch einen höheren Aufwand hat. In der Praxis geht es dabei nur darum, daß man ganze zwei Befehle händisch absetzt, um das inkrementelle Backup durchzuführen. Dazu gibt es natürlich noch etwas mehr auszuführen, aber das sollten wir später machen.
6. Die Verwendung von zfs send/receive ist, wie bereits erwähnt, nicht nur die schnellste, sondern auch die einzige Methode, um ZFS-Datenbestände vollständig abzugleichen, besonders wird das sichtbar, wenn es später um die inkrementellen Sicherungen geht. Diese dauern dann nämlich nur noch wenige Minuten.
7. Mit dieser Methode ist dein System dann übrigens ideal für die Verwendung von Daily-Snapshots auf den Pool deines Haupt-NAS eingerichtet. Was die immensen Vorteile davon sind, und welche tollen Möglichkeiten sich daraus für dein Backup ergeben, ist auch etwas, was später besprochen werden sollte (sonst wird das hier noch länger

)
Hoffe, daß ich für den Anfang nix vergessen habe
Grüße
Princo