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Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 08 Jun 2018 21:15
by jimmyhendrix
Hallo,
ich bin neu hier und habe mich drangegeben einen kleinen NAS-Server betreiben zu wollen.
Vorweg: Bisher habe ich keine Erfahrungen im Einrichten und Administrieren eines Servers und von Betriebssystemen jenseits von Windows...
Hardware ist ein DELL T20 mit E3-1225, 16GB ECC RAM, einer 120GB SSD und 2x WD 4TB RED HDDs.
Der Server soll zunächst als Datengrab dienen und die Daten über eine Fritzbox 7490 3-5 Clienten zur Verfügung stellen. Die Installation und grobe Ersteinrichtung habe ich soweit erfolgreich durchführen können. RAM wurde mit Memtest geprüft, die neuen HDDs genullt und NAS4Free installiert. DIe 2 HDDs habe ich als ZFS formatiert und ein VDEV (Mirror), einen Pool und 4 Datasets erzeugt. Es läuft auch soweit gut. Große Dateien lassen sich über LAN mit bis zu 120MB/sek verschieben.
Ein paar Unklarheiten, was Einrichtung und Betrieb angehen, bestehen bei mir noch - und hoffe hier auf etwas Hilfe
1. Zum einen bekomme ich die Email-Benachrichtigungen nicht eingerichtet. Unter System | Erweitert | Email habe ich die entsprechenden Daten eingegeben; wenn ich dort eine Test E-Mail versende erscheint die Fehlermeldung "Versenden der Test E-Mail fehlgeschlagen Bitte die Log-Dateien überprüfen." Im Log finde ich die Eintragung "root: msmtp service executed root: Failed to send test email to:
mailadresse@provider.de." Damit kann ich leider nichts weiter anfangen..
2. Der Server wird bei mir in der Woche wahrscheinlich nicht mehr als 4-5 Stunden / Tag benötigt werden. Ich würde den Server in der übrigen Zeit gerne energiesparend schalten. Da ich gelesen habe, dass HDD Spindown bei ZFS nicht empfohlen wird, habe ich die HDDs auf Energiestufe 128 gestellt. Gibt es eine Möglichkeit das System bei Nichtgebrauch schlafen zu schicken und per WOL wieder aufzuwecken?
3. Der vielleicht wichtigste Punkt: Ich bin noch nicht klar über ein einfaches und praktikables Backup.
Ich habe eine externe USB Festplatte, die ich eigentlich für Sicherungen benutzen möchte. Ich hab aber auch schon gelesen, dass automatische Backups über USB eigentlich nicht die feine Art der Sicherung sind. Aber ich suche eine Art der Sicherung, die nach Möglichkeit ohne großen Zuarbeit meinerseits Sicherungen erstellt. Was wäre sinnvoll? Die externe direkt am Server und per rsync automatisiert sichern? Oder auf die Externe über einen Client sichern? Oder eine ganz andere Lösung?
Das wären soweit meine derzeitigen Baustellen und ich freue würde mich über Anregungen und Hilfe
Danke und viele Grüße
jimmy
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 14 Jun 2018 19:58
by jimmyhendrix
Hi,
Punkt 1 habe ich nun selber lösen können. Ich nutze eine Googlemail-Adresse und mithilfe dieses HowTos (
https://xigmanas.com/forums/viewtopic.php?f=55&t=13710) habe ich es hinbekommen.
Es lag daran, dass ich bei Googlemail "weniger sichere Apps erlauben" musste
Zu Punkt 2 und 3 würde ich mich noch über Hilfe freuen

Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 31 Jul 2018 19:44
by jimmyhendrix
Ich bin noch immer dabei meinen Server einzurichten.
Derweil habe ich ein BIOS-Crossflash vom T20 auf T1700 gemacht, um die Möglichkeit von S3 zu haben.
XigmaNAS läuft auch bereits und ich habe nun OBI und Extended GUI installiert, da es einige sinnvolle Möglichkeiten bietet.
Um Standby und WOL kümmere ich mich, wenn alle Daten auf den Server umgezogen bin. Zur Zeit kopiere ich alle Daten auf die Server HDD's.
Was mir dabei auffällt ist, dass die Speicherauslastung von nach dem Booten (< 10%) mit den ersten Kopiervorgängen auf etwa 90% (von 16GB) hochgeht und nach Fertigstellung des Kopierens nicht wieder sinkt.
Nach einem Neustart ist die Speicherauslastung dann wieder auf nahezu 0. Laufen da noch Prozesse im Hintergrund oder braucht mich das nicht weiter stören, wenn der Speicher ständig zu 90% belegt ist?
Edit: Unter Status|Prozesse ist 1 running, 23 sleeping und unter Mem: 159M Active, 53M Inact, 13G Wired, 11M Buf, 1714M Free.
Was bedeutet Wired?
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 01 Aug 2018 09:13
by Mike
Da ZFS, ist die Speicherauslastung normal. Bei meinen Systemen liegt diese im Betrieb bei 90%.
Gruß Mike
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 01 Aug 2018 19:13
by jimmyhendrix
Okay, dann bin ich beruhigt

Danke für deine Antwort
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 02 Aug 2018 07:33
by Lander
Hardware ist ein DELL T20 mit E3-1225, 16GB ECC RAM, einer 120GB SSD und 2x WD 4TB RED HDDs.
Was macht die SSD in deinem System ?
90% ist Normal. Bei mir laufen die Systeme teilweise auf 96%.
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 02 Aug 2018 09:58
by lux
Moin,
bei 90% oder mehr besteht die "Gefahr" das SWAP vollläuft - soweit nicht schlimm aber ich würde das ZFS ein wenig einbremsen (es nimmt sich sonst m.e. zuviel des vorhandenen RAM) :
System/Advanced/loader.conf
vfs.zfs.arc_max=8G
vfs.zfs.arc_min=8G
so bekommt das ZFS noch max 8 GB der vorhandenen 16 GB und auch diese 8 GB sind nicht fix - es kann immer mal sein, das sich das ZFS etwas mehr nimmt
https://www.zfsbuild.com/2010/04/15/exp ... and-l2arc/
https://docs.oracle.com/cd/E26505_01/ht ... zfs-3.html
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 02 Aug 2018 17:33
by jimmyhendrix
Lander wrote: ↑02 Aug 2018 07:33
Was macht die SSD in deinem System ?
Auf der SSD ist XigmaNAS installiert

Ist zwar von der Kapazität her Overkill, aber die Größe kostet kaum Mehrpreis im Vergleich zu einer kleineren. Die 120GB SSD hat knapp über 30€ gekostet; da hab ich gerne etwas größer dimensioniert gekauft
lux wrote: ↑02 Aug 2018 09:58
bei 90% oder mehr besteht die "Gefahr" das SWAP vollläuft - soweit nicht schlimm aber ich würde das ZFS ein wenig einbremsen (es nimmt sich sonst m.e. zuviel des vorhandenen RAM) :
System/Advanced/loader.conf
vfs.zfs.arc_max=8G
vfs.zfs.arc_min=8G
zfs.arc_max und _min habe ich auf jeweils "12288M" festgelegt; so wie es in der Tuning-Empfehlung für 16G von Princo (
viewtopic.php?p=32277#p32277) empfohlen ist.
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 07:28
by Mike
Ein 5 Euro-Stick hätte es auch getan, die Ladezeit ist etwas länger, aber das NAS läuft sowieso aus dem RAM, da hat dann die SSD keinen Einfluß mehr. Die Empfehlungen von Princo sind 4 Jahre alt, da hat sich eine Menge am Betriebssystem geändert.
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 07:47
by Lander
Auf der SSD ist XigmaNAS installiert

Ist zwar von der Kapazität her Overkill, aber die Größe kostet kaum Mehrpreis im Vergleich zu einer kleineren. Die 120GB SSD hat knapp über 30€ gekostet; da hab ich gerne etwas größer dimensioniert gekauft

Dann hast du auch die FullVersion installiert. Zu dieser Version gibt es keinen Support ... ausserdem wird davon dringend abgeraten ausser du bist Entwickler (Hab schon viele Windows User erlebt die Full hoeren und UNBEDIGT was auf Platte installieren wollen

). Ein Update dieser Version ist ohne Neuinstallation nicht vorgesehen. Hier solltest du nochmal genau Ueberlegen !!!
Es macht deutlich mehr Sinn die SSD z.B. als Cache Device in ein ZFS zu haengen. Dadurch werden die Lese und Schreibvorgaenge merklich schneller. Die SSD wirkt dann wie ein Puffer fuer die langsameren HDDs.
Nachtraeglich kann man z.B. eine SSD ganz einfach in einen Pool intigrieren (angenommen der Pool heist tank und die SSD c4t3d0): zpool add tank cache c4t3d0
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 08:18
by lux
Lander wrote: ↑03 Aug 2018 07:47
Es macht deutlich mehr Sinn die SSD z.B. als Cache Device in ein ZFS zu haengen. Dadurch werden die Lese und Schreibvorgaenge merklich schneller. Die SSD wirkt dann wie ein Puffer fuer die langsameren HDDs.
bei 1GBit LAN nicht wirklich... bei 10GBit macht das durchaus Sinn - ABER auch da aufpassen und eine hochwertige SSD nehmen.
Wenn die SSD abkackt hast du u.u. nämlich ein großes Problem mit deinen Pool

Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 08:42
by Lander
bei 1GBit LAN nicht wirklich... bei 10GBit macht das durchaus Sinn
Wie kommst du zu dieser Auffassung ? Hast du das nur gelesen oder auch selber mal getestet.
Ich habe mit oder ohne SSD als Cache Device das hier fuer mich getestet.
Was die Lese und Schreibrate betrifft stimm ich dir zu aber die Reaktionszeit des Pool bei Einsatz als Fileserver steigt doch enorm bei Verwendung einer SSD.
Das der Pool bei einem Defekt der SSD nicht mehr zu gebrauchen ist Stimmt leider auch nicht. Der Pool ist ledigtlich Degradet und kann nach Entfernung oder Ersetzung der SSD und nach einem Scrub des Pools weiterverwendet werden.

Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 10:04
by lux
selber getestet! selbst mit meinem Samba Multichannel @3GBit funktioniert das mit einem zil Device nicht wirklich gut - d.h. keine konstanten Schreibraten. Nach wochenlangen testen hab ich jetzt zwar einen guten Kompromiss gefunden aber 100% zufrieden bin ich damit nicht
Bzgl. dem unproblematischen Defekt kann ich deine Erfahrungen
nicht teilen, habe das ganze mit meinem TestNAS vor Monaten mal probiert - mit dem Ergebnis das ich zwar auf den Pool zugreifen konnte ABER ich bekam ich nicht mehr "online"...
Muss aber auch zugeben das ich mich damit nicht sonderlich lange beschäftigt habe!
Desweiteren finde ich es auch echt mutig einem Anfänger solche Sachen wie ein Cache Device zu empfehlen - wobei die meissten schon mit dem einrichten eines stinknormalen Pools überfordert sind...
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 10:38
by Lander
Desweiteren finde ich es auch echt mutig einem Anfänger solche Sachen wie ein Cache Device zu empfehlen
Schade dass du die Kernaussage meines Postings nicht verstanden hast. Ich wollte hier nur Anmerken das es keine gute Idee ist ein System auf SSD zu installieren.
Und dass es andere Moeglichkeite gibt diese Sinnvoller einzusetzen z.B. als Cache Device. Es war ein Beispiel micht mehr nicht weniger.
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 11:17
by lux
schade das du nicht verstanden hast das - gerade Anfänger - solche Tips für bare Münze nehmen und dieses auch umsetzen...
...siehe die 4 Jahre alten Empfehlungen von Princo zum ZFS ARC Limit...
ausserdem machst du ihm erst dies schmackhaft:
Lander wrote: ↑03 Aug 2018 07:47
Es macht deutlich mehr Sinn die SSD z.B. als Cache Device in ein ZFS zu haengen.
Dadurch werden die Lese und Schreibvorgaenge merklich schneller. Die SSD wirkt dann wie ein Puffer fuer die langsameren HDDs
während du auf meinen Post kurz danach relativierst:
Lander wrote: ↑03 Aug 2018 08:42
Wie kommst du zu dieser Auffassung ? Hast du das nur gelesen oder auch selber mal getestet.
Ich habe mit oder ohne SSD als Cache Device das hier fuer mich getestet.
Was die Lese und Schreibrate betrifft stimm ich dir zu aber die Reaktionszeit des Pool bei Einsatz als Fileserver steigt doch enorm bei Verwendung einer SSD.
ja was denn jetzt?

Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 03 Aug 2018 18:40
by jimmyhendrix
Oh was ist denn hier los
Mike wrote: ↑03 Aug 2018 07:28
Ein 5 Euro-Stick hätte es auch getan, die Ladezeit ist etwas länger, aber das NAS läuft sowieso aus dem RAM, da hat dann die SSD keinen Einfluß mehr. Die Empfehlungen von Princo sind 4 Jahre alt, da hat sich eine Menge am Betriebssystem geändert.
Über USB-Stick als Medium habe ich nachgedacht, aber mich dann letztendlich für eine SSD entschieden, da ich mir von der SSD eine höhere Lebensdauer und Zuverlässigkeit verspreche.
Lander wrote: ↑03 Aug 2018 07:47
Auf der SSD ist XigmaNAS installiert

Ist zwar von der Kapazität her Overkill, aber die Größe kostet kaum Mehrpreis im Vergleich zu einer kleineren. Die 120GB SSD hat knapp über 30€ gekostet; da hab ich gerne etwas größer dimensioniert gekauft

Dann hast du auch die FullVersion installiert. Zu dieser Version gibt es keinen Support ... ausserdem wird davon dringend abgeraten ausser du bist Entwickler (Hab schon viele Windows User erlebt die Full hoeren und UNBEDIGT was auf Platte installieren wollen

). Ein Update dieser Version ist ohne Neuinstallation nicht vorgesehen. Hier solltest du nochmal genau Ueberlegen !!!
Am Anfang wollte ich tatsächlich, genau wie du beschrieben hast, die Full-Version installieren

Habe dann aber mit Live-USB die Embedded installiert und Updates laufen problemlos mit den Embedded.img.xz.
Lander wrote: ↑03 Aug 2018 10:38
Ich wollte hier nur Anmerken das es keine gute Idee ist ein System auf SSD zu installieren.
Warum ist es nicht sinnvoll? Habe ich durch die Nutzung einer SSD Nachteile?
Das System läuft bisher einwandfrei und Geschwindigkeitseinbußen habe ich noch nicht feststellen können. Im 1GBbit LAN und großen Dateien nutze ich es komplett aus (schreiben >110MB/s), bei kleineren Dateien sinkt die Schreibgeschwindigkeit etwas.
Da nun alles eingerichtet und lauffähig ist, möchte ich natürlich ungerne noch was ändern müssen.
Bei den Empfehlungen von Princo habe ich einfach nicht in Betracht gezogen, dass diese überholt sein könnten. Werde jetzt mal arc_max und _min auf 8G ändern.
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 04 Aug 2018 22:05
by Mike
Die Geschwindigkeit wird nicht von der SSD bestimmt, sondern vom Gbit-LAN und auch z.B. der CPU. So hat mein Fileserver ( 3,9GHz CPU ) etwa 10-15MB/s besseren Datendurchsatz als mein N54L mit schwächerer CPU. Aber wie schon gesagt wurde, eine SSD kann an anderer Stelle besser eingesetzt werden. Mir ist mein San Disk Cruzer Blade viel angenehmer: wenig Platz, belegt keinen Sata-Steckplatz,ist billiger als jede SSD. Und wenn man immer ein Backup seiner Konfiguration macht, tut ein Ausfall eines Sticks nicht weh.
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 08 Aug 2018 00:45
by Princo
jimmyhendrix wrote: ↑03 Aug 2018 18:40
Lander wrote: ↑03 Aug 2018 10:38
Ich wollte hier nur Anmerken das es keine gute Idee ist ein System auf SSD zu installieren.
Warum ist es nicht sinnvoll? Habe ich durch die Nutzung einer SSD Nachteile?
...
Bei den Empfehlungen von Princo habe ich einfach nicht in Betracht gezogen, dass diese überholt sein könnten. Werde jetzt mal arc_max und _min auf 8G ändern.
Ja, wenn du eine SSD als internes Bootmedium nutzt, hast du u.U. einen ganz gravierenden Nachteil:
Wenn eine neue Firmware rauskommt, kannst du sie nicht so einfach testen. Das gilt besonders für die großen Versionssprünge (z.B. von Version 10 nach 11).
Wenn du USB-Sticks verwendest, kannst du einfach einen neuen USB-Stick mit der neuen Version installieren, und den anstelle deiner bisherigen Version einsetzen, die gesicherte Konfiguration einspielen, und das System in Ruhe testen. Wenn dann irgendetwas nicht funktionieren sollte, bootest du dein System einfach mit dem alten Stick, und wartest auf Besserung.
Dieses Vorgehen kostet dich nur wenige Minuten, und du bist dabei auf der absolut sicheren Seite (solange du in der Testphase deinen Pool nicht auf eine neuere ZFS-Version updatest),
Bei meinem alten Beitrag zur Optimierung habe ich jetzt einen Warnhinweis angebracht.
Grüße
Princo
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 08 Aug 2018 02:24
by Princo
@lux @lander @jimmyhendrix
Vielen Dank für eure (teilweise etwas hitzige) Diskussion.
Hier ein paar Anmerkungen von meiner Seite dazu:
Meine Meinung zum Einsatz von SSDs als Bootmedium habe ich bereits im verherigen Post dargelegt.
Die Verwendung von SSDs als Cache-Medium habe ich vor einiger Zeit selbst getestet, und auch ein paar positive Auswirkungen verspürt.
Ich habe mich am Ende allerdings dagegen entschieden.
Der Hauptgrund war, daß das Setup dadurch komplexer wurde, und sich damit eine weitere potentielle Fehlerquelle im System befindet.
Ihr fragt euch jetzt vielleicht, wieso ich davon abrate, obwohl ZFS doch diese Möglichkeit anbietet.
Die Antwort ist, daß ZFS nicht nur für große Datenmengen, sondern auch für große Nutzerzahlen, welche gleichzeitig auf das gleiche System zugreifen, ausgelegt ist. Damit meine ich nicht 10-20 Leute in einem Büro, sondern durchaus mehrere tausend Anwender. Ab einer solchen Größenordnung wird das mit einem ZIL (Cache) erst richtig interessant. Und auch dann gibt es da völlig andere Maßstäbe, was die maximal mögliche Übertragungsrate für den einzelnen User betrifft. Da kann es z.B. völlig ausreichend sein, eine Übertragungsrate von 8 MB/s pro User bereit zu stellen. Ihr mögt jetzt über diesen geringen Wert schmunzeln, aber in großen Multi-User-Umgebungen wird völlig anders mit Daten umgegangen, als es die meisten mit ihren Gaming-PCs kennen. Aber genau für diese großen Umgebungen ist ZFS gemacht worden.
Wo wir gerade bei den Übertragungsraten sind:
In Forenbeiträgen werden oft recht abenteuerliche Übertragungsraten genannt. Dabei wird leider meist nicht erwähnt, wie diese Werte ermittelt wurden. Nach meinen eigenen Beobachtungen zeigt einem der Windows-Dateimanager manchmal solche Fantasie-Werte an, da er die zu übertragenden Dateien erst mal ins RAM lädt, um sie dann zu übertragen. Das sieht total schnell aus, ist es aber nicht. Möglicherweise hat sich mittlerweile daran etwas geändert, oder es hängt von den verwendeten Netzwerktreibern ab, aber wirklich verläßĺich sind nur die Werte, welche vom NAS direkt geliefert werden. Darauf solltet ihr mal achten.
Noch ein paar Anmerkungen zu Netzwerkprotokollen:
Die allermeisten von euch werden CIFS/SMB zur Übertragung verwenden. Meiner Erfahrung nach, ist das das langsamste Protokoll zur Datenübertragung überhaupt. Diese Aussage muß ich aber auch gleich relativieren, denn es scheint einfach nur sehr prozessorlastig zu sein.
Das erschwert natürlich einen echten Vergleichstest. Ich komme bei mir, ohne irgendwelche Optimierungen, beim Einsatz von CIFS/SMB nur auf eine Datenrate von 45 MB/s. Das klingt jetzt total wenig, hat aber in meiner Praxis keine Relevanz. Es ist mir egal, ob ein verschieben von Dateien zwei oder vier Minuten dauert.
Relevant wird die Übertragungsrate erst bei wirklich großen Datenmengen, und dafür würde ich eh nicht den Dateimanager und CIFS/SMB einsetzen, sondern andere Protokolle (z.B. rsync) verwenden, welche dafür sowieso viel besser geeignet sind.
Um das Ganze etwas zusammen zu fassen:
XigmaNAS bietet bereits in der Standartinstallation eine ausreichende Performance.
Optimierungen sind möglich (das ist auch das Schöne an diesem NAS-System), aber man sollte überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, sich vom Standard allzuweit zu entfernen.
Grüße
Princo
Re: Hilfe bei N4F - Ersteinrichtung
Posted: 08 Aug 2018 18:15
by jimmyhendrix
Danke für deine Beteiligung Princo.
SSD-Cache werde ich nicht machen.
Das Testen neuer Firmwares kann ich doch trotzdem mit einem neuen USB-Stick machen und die SSD abklemmen, um dann vom Stick zu booten oder?
Wäre zwar das Case öffnen und abklemmen zusätzlicher Aufwand, aber zu vertreten
