Alter Schwede, das sieht ja fast genau so aus wie bei mir
Hatte ja schon so eine Ahnung, gut daß ich nochmal nachgefragt habe.
So, jetzt solltest du dich erst mal anschnallen, denn für das "Rundum-Sorglos-Paket" brauchst du genau
drei NAS4Free-Systeme

Keine Angst, du wirst gleich sehen, daß das durchaus sinnvoll ist.
Ich beschreibe einfach mal meine aktuelle Konfiguration:
NAS4Free1: Das ist das Haupt-NAS für meine Daten.
NAS4Free2: Das ist ein identisches Backup von NAS4Free1. Dieses NAS wird nur für das Backup angeschlossen, und kann auch an einem ganz anderen Ort stehen (z.B. ein anderes Haus), und es muß nicht einmal über ein Netzwerk verbunden sein. Dieses NAS hat mindestens die gleiche Kapazität wie NAS4Free1.
NAS4Free3: Das ist ein Backup-NAS für die PCs. Hier werden täglich sämtliche Workstation-Rechner gesichert.
Erklärung zu NAS4Free1 und NAS4Free2:
N4F hat mit ZFS-RaidZ zwar schon einen extrem hohen Level, was die physikalische Sicherheit der Daten betrifft, aber wenn du dich durch einige Artikel zu dem Thema liest, wirst du bemerken, daß immer darauf hingewiesen wird, daß ein Raid kein Ersatz für ein Backup ist. Ein Raid bietet Schutz vor bestimmten Festplattenfehlern, aber keinen Schutz vor Feuer, Wasser Überspannungen, Diebstahl oder der eigenen Dämlichkeit

Gerade wenn man sehr viel eigenen und unersetzlichen Content auf seinem System hat, braucht man eine zusätzliche Sicherheit.
Man könnte jetzt auf die Idee kommen, seine Daten vom NAS wieder auf einzelnen USB-Platten zu sichern, aber das ist bei diesen Datenmengen ziemlich unpraktisch, und verlangt auch sehr viel Selbstdisziplin. Außerdem taugen externe USB-Festplatten einfach nichts.
Ich hatte dir in dem anderen Post geschrieben, daß sich ein einmal eingerichtetes RaidZ nur auf eine gewisse Weise erweitern lässt. Diesen Nachteil, und das Backup-Problem, kann man aber durch den Einsatz eines zweiten NAS sehr elegant beheben.
Man richtet das erste NAS am Anfang nicht nach der gewünschten Maximalkapazität aus, sondern nach der vorerst benötigten Datenmenge (plus einem sinnvollen Zuschlag). Bevor man das NAS erstmalig befüllt, sollte man seinen Datenbestand auf den verschiedenen Systemen überprüfen. Was ist unnötig, doppelt, veraltet oder gar kaputt? Sind dort Backup-Dateien enthalten? Das sollte man zumindest grob durchchecken, und evtl. dabei die Datenmenge schon erheblich eindampfen.
Dabei sollte man sich vornehmlich auf das Löschen konzentrieren, und nicht wild Daten umherkopieren, denn jeder Kopiervorgang birgt ein gewisses Risiko.
Ich sollte hier einschieben, daß deine Systeme für diesen Vorgang nach Möglichkeit per GB-Ethernet miteinander verbunden sein sollten.
Dann kann man einen Migrationsplan erstellen.
In diese Plan legt man fest, welche Datenmenge tatsächlich zu migrieren ist, und wie groß die Anfangskapazität des Haupt-NAS sein soll.
Man überlegt sich eine sinnvolle Struktur der Daten (das ist eigentlich schon ein eigenes Thema, wg. Datasets und Kompression).
Man ermittelt die zu übertragende Datenmenge jeder einzelnen Festplatte.
Zusätzlich braucht man noch die Information, ob die Festplatte mit 4k Sektoren arbeitet, denn wenn die Platten später in einem N4F System arbeiten soll, sollte man diese Eigenschaft nicht mit anderen Platten mischen.
Das erste Ziel ist, daß man auf seinen diversen Workstations nur noch relativ geringe Datenbestände hat, und dort dann auch nur relativ kleine Platten nutzt.
Das zweite Ziel ist, daß man bei der Migration freie Festplatten gewinnt, welche man in das zweite NAS (NAS4Free2) einbauen kann.
Wenn der Plan richtig aufgeht, dann liegen alle Daten auf FreeNAS1, und man hat ein FreeNAS2 welches als Backup agieren kann.
Braucht man dann mehr Kapazität auf NAS4Free1, dann baut man eine zusätzliche Festplatte ein, und kopiert die Daten von NAS4Free2 zurück. Dafür gibt es bei ZFS spezielle Befehle. Natürlich sollte man danach auch die Kapazität von NAS4Free2 erhöhen.
Der Vorteil bei dieser Methode ist, daß man immer nur so viele Festplatten im Einsatz hat, wie tatsächlich benötigt werden. Man muß kein 12TB Array aufbauen, wenn man derzeit nur 6 TB benötigt. Das ist gut für den Geldbeutel, und die CO2-Bilanz
Erklärung zu NAS4Free3:
Zitat: "Daten, die nur an einer Stelle gespeichert werden, gelten als gelöscht"
Diesen Spruch hat jemand in einem FreeBSD-Forum gepostet, und da steckt ganz viel Wahrheit drin.
Ich setze hier zwar hauptsächlich Linux ein, aber für meine Fotosoftware benötige ich immer noch Windows auf diversen Clients. Linux ist ein System, welches sich sehr leicht backuppen lässt, bei Windows sieht das etwas anders aus.
Ich habe mir daher die verschiedenen Backup-Möglichkeiten genauer angeschaut, und getestet.
Das Ergebnis war, daß die gängigen Backup-Programme (auch die systeminternen) in der Realität gar nicht funktionierten. Was bringt mir ein Backup, welches ich nur auf exakt der gleichen Hardware zurückspielen kann?
Ich habe mir daher mit frei verfügbarem Tools ein Backup-System geschaffen, welches die Fähigkeiten des ZFS-Dateisystems optimal ausnutzt, und dabei Zeit- und Ressourcensparend ist.
Im Klartext bedeutet das: Jede Workstation kann in kürzester Zeit gesichert, und auch wieder hergestellt werden. Auch wenn sich die Hardware dabei ändern sollte, kann auf die alten Daten zugegriffen werden.
Anfangs habe ich die Backups auch auf mein Haupt-NAS gemacht. Allerdings hat sich gezeigt, daß das nicht besonders sinnvoll ist (weil dabei immense Datenmengen entstehen können), und es besser ist, diese Funktionalität mit einem eigenen NAS zu realisieren.
Hier sehe ich eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit für deine ganzen 1,5TB Platten.
Fazit:
Für die Sicherung deiner unersetzlichen Daten ist eine Kombination aus Haupt-NAS und Haupt-NAS-Backup sinnvoll.
Dabei kann man mit einer Mindestanzahl von Platten beginnen, und die Kapazität nach Bedarf erweitern.
Mit einem eigenen Backup-NAS für die PCs schaffst du dir eine zusätzliche Sicherheit für deine Systemumgebung.
Einen großen Teil der nötigen Hardware besitzt du bereits, und du könntest das System schrittweise aufbauen.
Um den Energieverbrauch bräuchtest du dir auch keine großen Gedanken machen, den 2 von den 3 Systemen würden immer nur sehr kurzzeitig in Betrieb sein, und beim Hauptsystem wäre nur die absolut notwendige Anzahl an Festplatten im Einsatz.
Ist ein etwas längerer Artikel geworden, und ich hoffe, daß ich dich damit nicht verschreckt habe
Grüße
Princo