Etwas Senf von mir dazu
Zur Controller-/Speicherfrage: Die Grundregel von 1GB RAM/1TB Festplatte ändert sich auch dann nicht, wenn ein Raid-Controller eingesetzt wird. ZFS betrachtet den Raid-Verbund als eine große Festplatte, berechnet die Prüfsummen weiterhin (es sei denn, man schaltet das ab. aber wer ist schon so irre?), kann aber selbst keine Performance-Optimierungen der Datenströme vornehmen (was es normalerweise tut). Daher würde ich keinen Raid-Controller einsetzen wollen. Ein Hardware-Raid-Verbund kann beim Festplattentausch auch echte Probleme bereiten.
Zur Festplattenfrage: ein einmal eingerichteter RaidZ1-Verbund kann nicht um weitere Festplatten erweitert werden. Mehr Kapazität kann z.B. durch den sukzessiven Austausch gegen größere Festplatten erreicht werden, aber das wurde bereits erwähnt.
Da sich 2TB und 3TB Festplatten preislich nur wenig unterscheiden, ist die Verwendung von 3TB Platten derzeit wirtschaftlicher.
Es ist immer etwas schwierig, für das Gesamtkonzept eine Empfehlung abzugeben, wenn man den genauen Einsatzzweck nichts weiß. Daher kann ich nur meine eigenen Erfahrungen anbringen, und wenn ich die auf deine bestehende Hardware und deinen Wunsch nach Skalierbarkeit übertrage, dann kommt das Folgende dabei raus:
Das vorhandene Gigabyte-Board würde ich nicht mit einem RAID-Controller erweitern, sondern mit "kleinen" und billigen 1-2TB Festplatten als reines Backup-System für meine PCs verwenden. Grund dafür ist der doch recht kleine RAM. Hier lohnt sich imho eine weitere Investition nicht mehr. Nicht falsch verstehen; mit solch einem Rechner habe ich mit N4F auch angefangen, aber der war mir dann irgendwann zu laut und zu stromfressend. Als reiner Backup-Rechner ist der aber immer noch prima.
Nun zum Kernthema: Wenn man das ordentlich angeht, dann baut man sich ZWEI ähnliche NAS-Systeme auf, wobei das zweite NAS als Backup des ersten NAS dient. Mit dem zweiten NAS ist hier eigentlich nicht das vorhandene Gigabyte-Board gemeint, weil das später nicht mehr mithalten kann, aber für den Anfang kann man es durchaus dafür verwenden.
Wenn man 2 NAS-Systeme hat, dann kann man sehr viel einfacher den Speicherplatz an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Braucht man z.B. am Anfang 3TB-Platz, dann nimmt man 2x3TB-Festplatten im Haupt-NAS als Mirror.
Braucht man später mehr Platz, dann macht man 3x3TB als RaidZ1. Die Daten kopiert man dabei im Ping-Pong Verfahren zwischen Haupt- und Backup-NAS hin und her. Ist nicht so kompliziert, wie sich das anhört, und geht auch relativ fix.
Der Vorteil bei der Methode ist, daß man immer nur so viele Platten im Einsatz hat, wie man tatsächlich braucht. Man muß nicht gleich in den Gesamtausbau investieren, und profitiert dabei auch von fallenden Festplattenpreisen.
Außerdem ist man dann auch bei den Mainboards flexibler. Wozu ein 150€ Board mit 8 SATA-Ports kaufen, wenn es auch erst mal ein 50€ Board mit 4 Ports tut?
Zur Backup-Thematik: Der apollo567 hat HAST als automatisches Backup ins Spiel gebracht. Damit gehe ich nicht ganz konform, denn HAST ist eine Hochverfügbarkeitslösung, bei der 2 NAS-Systeme permament am Laufen sind. Fällt eines aus, übernimmt sofort das andere. Das hat nichts mit Backup im klassischen Sinn zu tun.
Für das Backup von ZFS-Dateisystemen gibt es die zfs send/receive Kommandos. Damit lassen sich sehr brauchbare Backup-Szenarien realisieren.
Persönlich halte ich von vollautomatisch ablaufenden Backups recht wenig.
Ich tippe tatsächlich einmal pro Woche händisch die drei dazu nötigen Befehle in die Kommandozeile ein, obwohl ich das automatisieren könnte.
Der Grund dafür ist, daß ich mir dabei immer Gedanken machen muß, ob meine Hauptdaten soweit in Ordnung sind, daß ich sie übertragen kann.
Außerdem weiß ich dadurch auch, wie die Befehle für das Restore sind, weil sich dabei nur eine einzige Sache ändert
Das ist eine Grundregel, mit der ich seit Jahrzehnten gut fahre
Grüße
Princo