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Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 13:05
by BlackScorpion
Hallo Gemeinde,

Bin neu in diesem Bereich und hätte folgende Hardware und möchte damit folgendes umsetzen:

19" Server mit:

2x Dual Core AMD Opteron Processor 270 mit 2,00 GHz

8 GB ECC RAM

Onboard Raid Controller Silicon Images SIL 3114 4-Sata Ports

Festpaltten habe ich noch keine 24/7 bin da also noch beratungsoffen ;-)


NAS4Free würde ich gern auf eine SSD installieren welche an den IDE kommt.



Aufgabe fürs NAS wäre Datenlaufwerk für alle Windowsclients intern und extern, wobei die
Struktur etwa so aussieht:

1x SBS2003 als Domaincontroller
1x 2003 Standard
1x 2008 R2 Standard

Clients alle Win7 Prof. oder Ultimate

Am besten alle Daten drauf:

Officedaten, so das jeder immer auf die aktuellen zugreifen kann und praktisch immer auf den NAS "gearbeitet" wird damit.

Mailarchiv

Kameradaten der Überwachungskameras

Backups von Clients, oder Programmen wie Lexware etc.



Prio hat die Sicherheit, nicht die Geschwindigkeit. Was wäre besser, ein Hardware Raid zu erstellen,
oder das Raid softwäremäßig mit ZFS erstellen? Zu beachten wäre dabei das bei einem Ausfall nur Windows Maschinen vorhanden sind, als das ganze mit Windows gelesn und repariert werden muss.

Rechtevergabe wäre toll diese vom SBS2003 übernehmen zu können, hab gelesen das AD funzen soll.
Wenn nicht, auch nicht so schlimm.

Ist mein Vorhaben mit der vorhandenen Hardware und NAS4Free überhaupt umzusetzen?


Danke Schonmal für eure Hilfe

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 13:44
by b0ssman
nas4free sollte auf einem usb stick installiert embedded werden. da braust du keine ssd für.

für 24/7 platten hast du zur zeit die seagate nas und die wd red serie.

zfs als raidz2 ode raidz3 ist besser als hardware raid.
Reparatur unter windows geht nicht. du solltest lieber eine vernünftige backup strategie laufen lassen.
z.b. 2. nas offsite.

bei zfs wird ca 1gb ram pro 1tb speicher empfohlen.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 14:12
by apollo567
BlackScorpion wrote: Onboard Raid Controller Silicon Images SIL 3114 4-Sata Ports
Probier es aus, aber der Chipsatz hat nicht den besten Ruf unter FreeBSD, ich habe gute Erfahrungen gemacht mit einem Dell PercH310 ( LSI 9240-8 OEM), der meistens günstig auf ebay zu bekommen ist.

Gruß
apollo

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 17:31
by BlackScorpion
danke bisher,

RAM müsste ich auch noch auf 16 GB hoch bringen.

Wegen der Raid Controller, wenn 200€ und mehr günstig sind ???
zumal ich eh nur PCI 32bit und PCI 64bit Schnittstellen zur Verfügung habe

Wenn das Raid aber eh Software technisch erstellt werden soll, muüssen doch der Raidcontroller nur die Sata-Ports bereitstellen, oder?

Warum auf USB Stick? möchte das kompakt haben das nix aussen rum baumelt, also muss es doch auf eine SSD gehen, die ich eh da habe!?

Fragen über Fragen und da ich nur wenig englisch kann, bin ich auf die Hilfe hier auf deutsch angewiesen.

denn das was google in chrom in den anderen Foren hier übersetzt, da wird man seekrank beim lesen, oder braucht erst 3 Promille, dann gehts vielleicht auch ;-)

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 18:21
by apollo567
BlackScorpion wrote:d
Wegen der Raid Controller, wenn 200€ und mehr günstig sind ???
zumal ich eh nur PCI 32bit und PCI 64bit Schnittstellen zur Verfügung habe

Wenn das Raid aber eh Software technisch erstellt werden soll, muüssen doch der Raidcontroller nur die Sata-Ports bereitstellen, oder?

Warum auf USB Stick? möchte das kompakt haben das nix aussen rum baumelt, also muss es doch auf eine SSD gehen, die ich eh da habe!?
Ich habe für meinen letzten EUR 60 gezahlt, ist allerdings eine PCIe-Karte.
Promise TX4 PCI Karten haben sich bewährt (hab sogar noch einen im Fundus), jedoch ist der PCI-Bus natürlich ein Engpass.
Die Annahme, dass der Controller nur Sata-Ports liefern soll, ist richtig :-)
Der USB Stick ist effizient, eine SSD ist wirklich overdone für den Zweck. Evtl. gibts auch interne USB-Header auf dem Board, d.h. der Stick ist intern gesteckt.
Darüberhinaus kann ich die Pico-USB-Sticks empfehlen, die ich verbaut habe (siehe Signatur)

Gruß
Apollo

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 18:37
by b0ssman
die embedded installation liest das system in den speicher, danach wird der datenträger nur noch zum speichern der config benutzt, also defacto gar nicht.
eine ssd ist hier overkill. es gibt auch interne usb sticks oder doms. (Sandisk Cruzer Fit sieht man kaum von aussen)
die sil kontroller koennen zu datenkorruption in manchen faellen unter freebsd führen.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 20:06
by BlackScorpion
wäre jetzt die Frage ob es eine Risercard von PCI 64bit auf PCIe gibt?
Wenn ich den internen Controller nicht nutzen kann muss ich eh mit so einer Risercard arbeiten da nur 2 HE das Gehäuse hoch ist.

SSD mit 16GB hätte ich halt rum liegen, die ist im Windowsbereich eh kaum zu nutzen, deshalb dachte ich die dort einsetzen zu können, klar ein 1GB USB Stick kostet ja auch nix mehr, oder wie groß sollte der sein?

Gruß Blacky

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 20:39
by apollo567
BlackScorpion wrote:wäre jetzt die Frage ob es eine Risercard von PCI 64bit auf PCIe gibt?
Wenn ich den internen Controller nicht nutzen kann muss ich eh mit so einer Risercard arbeiten da nur 2 HE das Gehäuse hoch ist.

SSD mit 16GB hätte ich halt rum liegen, die ist im Windowsbereich eh kaum zu nutzen, deshalb dachte ich die dort einsetzen zu können, klar ein 1GB USB Stick kostet ja auch nix mehr, oder wie groß sollte der sein?

Gruß Blacky
Also ein GB reicht, ich nehme 4. Bei einem Restanten von 16GB SSD ist aber auch nicht viel verloren. Ich würde nur keine für diesen Zweck kaufen.
An die Riserkarte glaube ich nicht, dann würde ich mal nach einem PCI 64 bit Controller schauen, der FreeBSD 9.2 kompatibel ist.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 21:16
by BlackScorpion
bei ebay gibts http://www.ebay.de/itm/Intel-C53355-401 ... 4adac07ab6

Habe im Teileschrank gerade einen LSI 3ware SAS9750-8i gefunden, dere sollte 8 Sata ports hergeben und 6Gb/s rennen
Nun hoffe ich nur das NAS4free damit klar kommt :roll:

welche HDDs nehmt ihr, die WD RED oder die Siegehtodersiegehtnicht ?

Gruß Blacky

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 21:22
by apollo567
BlackScorpion wrote:bei ebay gibts http://www.ebay.de/itm/Intel-C53355-401 ... 4adac07ab6

Habe im Teileschrank gerade einen LSI 3ware SAS9750-8i gefunden, dere sollte 8 Sata ports hergeben und 6Gb/s rennen
Nun hoffe ich nur das NAS4free damit klar kommt :roll:

welche HDDs nehmt ihr, die WD RED oder die Siegehtodersiegehtnicht ?

Gruß Blacky
Nun, die Risercard wäre mal experimentell, da gilt aus meiner Sicht nur : Versuch macht klug.
Welchen Chipsatz hat dieser SAS-Controller ? Evtl hat den jemand schonmal ausprobiert oder er ist in der Hardware Kompatibilitätsliste von FreeBSD 9.2 ?

Bei den Festplatten ist (für mich) eigentlich nur die 24/7 Eignung, Stromverbrauch und die TLER-Einstellungen besonders interessant. Ich verwende als letzte Neuanschaffung WD RED, hätte mit einem anderen Hersteller aber auch keine Schmerzen gehabt, waren gerade die günstigsten.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 21:43
by b0ssman
es gibt keine pci 64bit auf pcie riser. nur andersrum. das sind wird sicher nur in einem speziellen server funktionieren.

versuch erst mal den sil controller.

wenn der nicht geht kannst du vielleicht nach gebrauchten 3ware controllern umschauen.
z.b. ein 3ware 9500s-12.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 31 Aug 2014 22:09
by BlackScorpion
Chipsatz kann ich nur sehen wenn ich den Kühlkörper abreise, aber da der noch original verpackt war, wäre das nicht schlau.
im Usermanual steht:

Operating System
3ware 9750 RAID controllers may be used with the following operating
systems for Intel and AMD 32-bit and 64-bit x86 based motherboards:
• Microsoft Windows Server 2003 (SP2 or newer) and 2008
• Microsoft Windows Vista and Windows 7
• Red Hat Enterprise Linux®
• openSUSE® Linux
• SUSE® Linux Enterprise Server
• Fedora Core Linux
• Other Linux distributions based on open source Linux 2.6 kernel
• VMware
• OpenSolaris
• FreeBSD
• Mac OS X (Intel only)
For the latest supported operating systems, see the current Release Notes at
http://www.lsi.com/channel/ChannelDownloads or the file versions.txt,
available on the 3ware CD.

Da FreeBSD dabei steht, sollte er doch wohl hoffentlich funzen.

Wie es gibt keine Risercard, auf der verlinkten Ebayseite ist doch einer im Angebot, oder interprettiere ich das falsch?


PS: eigentlich ist ja heute Sonntag, für unsere Chef´s geht das eh immer alles mal so fix nebenbei :?

Gruß Blacky

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 01 Sep 2014 08:08
by b0ssman
ok letztes mal als ich geschaut hab gab es sowas noch nicht. aber bei den preisen kannst du dir auch eine gebrauchte 3ware karte kaufen
z.b.
http://www.ebay.de/itm/3ware-9500s-12-1 ... 3f39d8706d

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 03:26
by Princo
Ich schließe mich den Ausführungen von apollo567 an: Bevor du über den Einbau eines PICe-Raidcontrollers nachdenkst, solltest du erst mal testen, ob es nicht auch der interne Controller tut. Es mag sein, das der Chipsatz unter FreeBSD "einen schlechten Ruf" hat, aber darauf sollte man nicht allzuviel geben.

Die meisten Berichte diesbezüglich sind mehrere Jahre alt, und es ist fraglich, ob man die so einfach auf den aktuellen Softwarestand übertragen kann.

Im NAS4Free-Wiki ist der Chipsatz jedenfalls als "working" gelistet: http://wiki.nas4free.org/doku.php?id=na ... s_hardware

Ich würde das also erstmal gründlich testen, bevor ich alternative Lösungen (andere Raid/SATA-Controller) ins Auge fasse. Normalerweise bevorzuge ich den internen Controller, denn wenn der nicht gehen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß es auch an anderen Stellen mit dem System Probleme geben könnte.

Deine Anforderungen wirst du mit dem System durchaus bewältigen können. Allerdingens würde ich zwei Sachen anders machen:

1. Du brauchst ein Backup für dein NAS. Dafür wäre ein zweites NAS mit gleicher oder höherer Speicherkapazität geeignet.
2. Die Backups der Clients würde ich auf einem gesonderten Bereich durchführen. Die Hintergründe dafür, und die technische Umsetzung würden allerdings jetzt den Blogpost sprengen. Deshalb erstmal nur soviel: Du brauchst mindestens zwei Systeme, wenn es gut werden soll.

Das OS solltest du als "Embedded" installieren, und die von apollo567 erwähnten Pico-USB-Sticks sind dafür ideal geeignet. Es ist auch völlig OK den Stick auf einem externen Anschluß zu stecken, denn der Stick ist so klein, daß er auf keinen Fall stört, oder gar abbrechen kann.

Das hat auch den geschmeidigen Vorteil, daß du neue NAS4Free-Versionen auf einem alternativen USB-Stick ganz einfach testen kannst, ohne daß du dafür das Gehäuse öffnen mußt, um den USB-Stick zu tauschen.

Grüße
Princo

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 11:05
by BlackScorpion
Habe zwar nun eine Risercard auf PCIe bestellt, teste aber gern auf vorher den Onboard Chip.
warum brauche ich für das NAS nochmal ein NAS?

Hatte mir gedacht 4 Stück 4 TB Festplatten einzubauen als Raidz2 mit ZFS erstellen.
das würde dann 8 TB Datenplatz mit Ausfallsicherheit von 2 festplatten ergeben, oder ist der Ansatz fehlerhaft?

Dann sollten auch die 8 GB RAM ausreichend sein, oder?

OK dann kaufe ich halt so einen Pico-Stick, wenn alle gegen meine SSD sind :lol:

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 11:09
by b0ssman
raid ersetzt keinen backup.

du könntest z.b. aus versehen alle daten/den pool löschen.

ohne backup sind dann alle dein daten weg.

dewegen ein zweites nas das periodisch die daten des ersten nas sichert.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 12:31
by BlackScorpion
Ja klar, und das NAS mit dem Backup vom NAS mit den Daten und Backups der Clients noch geografisch sinnvoll auslagern damit bei Brand oder Hochwasser nicht beide Systeme verloren gehen.

Soweit die gelernte Theorie, die sicher vom logischen Standpunkt korrekt ist, nur welcher Mittelständler kann sich diesen Aufwand leisten?

Vielleicht kann das NAS4free ein Backup von sich selbst auf eine externe Festplatte schreiben, z.B. jedes Wochenende, so das man z.B. 2 oder 3 externe Festplatten hat, die dann alle 2-3 Wochen überschrieben werden, so das zumind. immer der Stand vom letzten Wochenende da ist. Diese könnte man dann auch in einem anderen Standort aufbewahren und die Kosten wären überschaubar.

Für andere Vorschläge bin ich offen.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 16:18
by b0ssman
BlackScorpion wrote: Soweit die gelernte Theorie, die sicher vom logischen Standpunkt korrekt ist, nur welcher Mittelständler kann sich diesen Aufwand leisten?
die frage die du dir an dieser stelle stellen musst ist:
was kostet mich weniger. ein verlust der daten, oder backups durchzuführen.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 20:25
by BlackScorpion
Warum kommt nur immer wieder dieser Idioten Satz: Was kostet mehr............ Diesen Larifari kann ich nicht mehr hören.

In der Regel ist es dem Chef egal wie du dein Backup machst, ob du jeden Tag zig DVD-RW mit Daten beschreibst, oder Nachts Backup auf externe USB Platte machst...es interessiert nur das es nix kostet und immer funzt

Es haben nicht alle ein Budget wie BWM, P+Z, MAN oder Siemens

Mir graut schon davor die Kohle für 4 4TB Platten loszueisen, der Rest der Hardware ist eh schon aus meinem privaten Fundus, also bitte nicht mehr solchen abgedroschenen Quäse schreiben....... Danke

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 20:48
by crowi
In der Regel ist es dem Chef egal wie du dein Backup machst
Da würde ich aber mal ein Wörtchen mit dem Chef reden :)
Datenrettung kann teuer werden, da sind 750€ für einen Backup-Server (zB HP N54L) und 4 Festplatten auf Dauer besser investiert.

Das sollte sogar noch ein Mittelständler noch aufbringen können.
und das NAS mit dem Backup vom NAS mit den Daten und Backups der Clients noch geografisch sinnvoll auslagern damit bei Brand oder Hochwasser nicht beide Systeme verloren gehen.
Vielleicht hältst Du es für übertrieben, aber genau so machen wir das (auch eher kleiner Mittelstand). Aber bei uns reichen einzelne Backup Platten, da wir hauptsächlich mit Messergebnissen und Eceltabellen arbeiten. Ein Datenverlust ist die grössere Katastrophe als alle 4-5 Jahre neue Festplatten.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 02 Sep 2014 20:49
by apollo567
BlackScorpion wrote:Warum kommt nur immer wieder dieser Idioten Satz: Was kostet mehr............ Diesen Larifari kann ich nicht mehr hören.

In der Regel ist es dem Chef egal wie du dein Backup machst, ob du jeden Tag zig DVD-RW mit Daten beschreibst, oder Nachts Backup auf externe USB Platte machst...es interessiert nur das es nix kostet und immer funzt

Es haben nicht alle ein Budget wie BWM, P+Z, MAN oder Siemens

Mir graut schon davor die Kohle für 4 4TB Platten loszueisen, der Rest der Hardware ist eh schon aus meinem privaten Fundus, also bitte nicht mehr solchen abgedroschenen Quäse schreiben....... Danke
Sorry wenn du etwas gereizt bist, von den 'IT-Sprüchen' der Spezialisten hier.
Aber bitte behalte im Blick, das hier sind alles Freiwillige, die ihre Freizeit dafür opfern, hier kostenlos Support zu leisten und berücksichtige das in deiner Ausdrucksweise !

Ich kenne nicht die Größe, finanzielle Situation und das Verständnis deines Chefs für IT-Fragen in deiner Firma, aber ein günstiges Backupsystem (HP N54L plus 4St. 4 TB Festplatten) kosten um die EUR 700. Das ist wenig, wenn man es mit den Kosten für die proffessionelle Datenrettung einer defekten Festplatte vergleicht, vom ganzen Ärger abgesehen.

Gruß
apollo

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 03:26
by Princo
BlackScorpion wrote:Soweit die gelernte Theorie, die sicher vom logischen Standpunkt korrekt ist, nur welcher Mittelständler kann sich diesen Aufwand leisten?
Das ist keine spröde und verstaubte Theorie, denn diese Situationen kommen in der Praxis leider öfter vor, als man denkt.
Das können Überspannungssituationen sein, weil ein Umspannwerk durchknallt, oder ein simpler Blitzeinschlag in der Nähe. Das kommt hier alle paar Jahre vor. Von Feuer und Wasser will ich erst gar nicht reden. Unser Serverraum ist quasi ein Bunker mit 30cm d*k (d i c k e n) Wänden aus Tunnelbeton, die komplette Stromversorgung läuft über ein batteriegepuffertes System, und im Keller steht ein großer Notstrom-Diesel. Das Ganze ist mit einem Löschsystem abgesichert, bei dem man nicht in der Nähe sein sollte, wenn es losgeht.

Jepp, das ist die ganz große Lösung, und wir haben sie auch tatsächlich gebraucht. Diese Investition hat sich gelohnt. Null Datenverlust in fast 20 Jahren ist einfach eine Hausnummer.

So etwas kostet ein paar Hunderttausend Euro, und ist für eine normale Firma kaum stemmbar.

Natürlich ging in der Zwischenzeit die technische Entwicklung weiter, und mittlerweile werden in Privathaushalten oder normalen Büros Datenmengen gespeichert, wie sie vor ein paar Jahren nur in großen Rechenzentren gehandhabt wurden.

Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen nicht verbessert, sondern eher verschlechtert, da die Speicherdichte exorbitant angestiegen ist, und sich daraus völlig neue Probleme ergeben. Früher waren die Festplatten kleiner, und bei einem Austausch dauerte es nur wenige Stunden, bis das Array wieder heil war. Aber auch das war immer eine kritische Situation, weil in der Zeit keine andere Festplatte ausfallen durfte.

Bei den heutigen 3 oder 4 TB Platten ist das noch krasser, da das Wiederherstellen sehr viel länger dauert (wobei ZFS im Vergleich zu anderen Raid-Systemen sehr effektiv arbeitet).

Deine Entscheidung, gleich ein RaidZ2-System zu machen, ist richtig, weil es bei der Datenmenge angemessen ist.

Ein Raid ist allerdings tatsächlich kein Backup. Ein Raid ist nur dazu da, die Datenverfügbarkeit zu erhöhen, und die Ausfallzeiten zu minimieren.

Gegen einen richtigen Crash schützt es dich nicht. Dazu gehört auch eine Fehlbedienung (aka: eigene Blödheit).

Der dringende Rat, ein zweites System für das Backup vor zuhalten, hat tatsächlich einen tieferen Sinn.

Es schützt dich nicht nur bei richtigen Ausfällen, oder einer Fehlbedienung, sondern es ist auch unverzichtbar, wenn du mal die Speicherkapazität erhöhen möchtest. Das zweite System ist kein reiner Selbstzweck, sondern ein ganz aktives Arbeitsmittel, welches die tägliche Arbeit extrem erleichtert.
BlackScorpion wrote:... nur welcher Mittelständler kann sich diesen Aufwand leisten?
Diesen Aufwand leiste ich mir sogar als Privatmensch. Meine eigenen Photos sind mir sehr wichtig, und deswegen habe ich ein entsprechendes Backup-System.

Was dein Problem ist (soweit ich das beurteilen kann):
Du weißt derzeit noch gar nicht, welche Möglichkeiten dir ZFS bietet. Du kennst anscheinend keine Snapshots, oder die diversen Backup-Möglichkeiten, und wie man das Ganze zu einem leicht bedienbaren, und sehr stabilen System zusammenfügt.
All das, was du bisher als Anforderung spezifiziert hast, läuft bei mir (auch zu Hause) völlig problemlos.

Natürlich hast du ein spezielles Problem mit deinem Chef. Damit bist du aber nicht alleine.
Es geht hier aber nicht um überzogene technische Wunschvorstellungen, sondern um eine vernünftige Arbeitsbasis.
Das mußt du natürlich vermitteln können. Dabei unterstützt du sowohl den wirtschaftlichen Erfolg deiner Firma, und letztendlich deinen eigenen Arbeitsplatz.

Das ist nicht nur so daher gesagt, mit diesen Problemen schlagen sich alle Admins herum.

Grüße
Princo

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 09:25
by BlackScorpion
Sry, wollte keinem zu nahe treten, sollte sich jemand angegriffen fühlen, dann entschuldige ich mich dafür.

Wenn das erste System steht, wird über das zweite für das Backup nachgedacht. Letztendlich soll alles mal so sicher laufen das man im Urlaub mal das Handy ausschalten kann ;-)
2 Pico USB sticks sind bestellt, nach 4 4TB WD Red schaue ich mich um.

Was das ZFS alles an Möglichkeiten bietet weis ich tatsächlich noch nicht, befasse mich zum Ersten mal mit NAS
Bisher habe ich immer mit gespiegelten Hardware Raid gearbeitet, auch in wichtigen Clients.

Mein Chef hat keine Ahnung von IT, versteht nicht einmal warum alle 2 Jahre die Akkus der USV´s getauscht werden sollten, wenn die doch noch funzen.

Das nervt schon und lässt die Lust am Beruf schrumpfen. Ich sag immer im nächsten Leben sammel ich Briefmarken ;-)

Grüße Black

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 14:16
by BlackScorpion
auf welche Nummer muss ich bei den 4 TB WD Red achten?

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 14:32
by apollo567
BlackScorpion wrote:auf welche Nummer muss ich bei den 4 TB WD Red achten?
Was meinst du damit ?
Schau mal hier : http://geizhals.de/western-digital-wd-r ... 92027.html

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 15:02
by NKL
Welche Nummer genau? Du solltest nach dem Kauf die Seriennummer überprüfen und die SMART Werte im Auge behalten.
Es gibt bei den WD REDS evtl. ein Headparking-Problem.
Hier steht was dazu: viewtopic.php?p=36546#p36546

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 15:08
by crowi
die mit *EUZNO haben das bekannte LCC Problem
die mit *AX9N0 haben es nicht

Ich habe mir aktuell 4 x 4 TB gekauft, die neue Frmware hat das Headparking auch wieder abgestellt, ansonsten einfach das WD5741-Tool drüberlaufen lassen:
http://support.wdc.com/product/download ... 01&lang=en

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 15:51
by BlackScorpion
habe hier im Forum folgendes gelesen:
(Wenn Du WD RED nehmen solltest, frage nach ob Du noch die WDC WD30EFRX-68AX9N0 bekommst und nicht die
WDC WD30EFRX-68EUZN0 da diese wieder das bekannte Head Parking Problem haben)

Deshalb dachte ich es sei bei den 4 TB Platten ähnlich! :roll: :?:

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 16:01
by NKL
Das ist nur relativ schwierig. Viele Händler geben darüber keine Auskunft und greifen einfach in ihren Bestand.
Wenn du die Möglichkeit hast zu fragen kannste es ja machen.
Bin bei Mindfactory aber gut gefahren mit meinen 4TB Platten. Hab die richtigen erwischt.
Ansonsten siehe Post von crowi, so gravierend ist der Fehler nicht. Lässt sich alles beheben wenn er denn überhaupt auftritt.

Re: Neu und viele Fragen

Posted: 03 Sep 2014 21:31
by BlackScorpion
im Onlinehandel hat man Rückgaberecht, wenn man dem Händler die Platten 2 mal zurück geschickt hat schaut der bestimmt mal drauf ;-)

Aber wenn das kein wirkliches Problem, oder abschaltbar ist um so besser, dann ist es ja egal!