Hi gsavel,
Wie du willst
Ich weise ja öfters darauf hin, daß man mit einem zweiten NAS sehr viel flexibler unterwegs ist.
Im einfachsten Fall geht es dabei um ein Haupt-NAS, und ein Backup-NAS.
Zwar sollten beide Systeme ZFS-fähig sein (sprich: ECC-RAM haben), sie können sich aber im RAM-Ausbau und in den Plattenkonfigurationen durchaus voneinander unterscheiden.
Das Schöne bei ZFS ist ja, daß die Plattenverbünde völlig unabhängig von der Hardware sind, da es sich um Softraids handelt.
So kann man, beispielsweise, die Plattensätze vom Haupt- und dem Backup-NAS einfach gegeneinander tauschen (also alle Platten vom Backup-NAS ins Haupt-NAS, und umgekehrt).
An dieser Stelle sollte ich noch erwähnen, daß es bei ZFS die Möglichkeit von Snapshots gibt. Dadurch kann man eine völlig andere Art von Backups durchführen, was anfangs sehr ungewohnt erscheinen mag, aber einige Vorteile bietet.
Lass uns daher kurz über Backups reden.
Bei der klassischen Vorgehensweise hat man ein System, in welchem man Daten ändert, und welches man periodisch als Backup auf ein anderes System sichert. Dabei legt man vorher fest, wie viele Generationen man zur Verfügung haben möchte.
Beispiel: Tägliche Sicherung um um 20 Uhr, und es soll auf die Einzel-Daten der letzten 14 Tage zugegriffen werden können.
Bei ZFS findet das erst einmal nur auf dem Haupt-NAS statt.
Hierfür gibt es bei NAS4Free die Funktion "Auto-Snapshot". Damit kann man periodische Snapshots auf ausgewählte Datasets durchführen lassen.
Du brauchst eine Datei vom letzten Mittwoch? Die findest du in einem (versteckten) Ordner auf deinem Haupt-NAS (wenn das so eingerichtet wurde).
Was macht das Backup-NAS?
Wenn man die zfs send/receive Funktion nutzt, dann ist das Backup-NAS nach einem Abgleich ein Duplikat des Haupt-NAS. Es ist identisch, d.h. auch die täglichen Zwischenstände befinden sich dort.
Bei NAS4Free kann man die Aufbewahrung der Auto-Snapshots zwar nicht frei einstellen, aber die möglichen Werte dürften für die meisten Fälle völlig ausreichen.
Zusammengefasst: Das klassische Backup, bei dem man auf alte Dateistände zurückgreift, findet eher auf dem Haupt-NAS statt. Das Backup-NAS dient zur technischen Absicherung des Haupt-NAS, es ist also kein Archiv, wo man auf ganz alte Stände zurückgreifen kann.
Im Normalfall wird das Backup-NAS nur dann eingeschaltet, wenn das Haupt-NAS gesichert werden soll.
Das sorgt dafür, daß die Backup-Platten eine viel kürzere Betriebszeit haben, und damit länger halten.
In diesem Szenario haben wir also zwei vollständige NAS4Free-Systeme, und der Datenabgleich wird rein auf der ZFS-Ebene (und damit sehr effektiv) durchgeführt.
Jetzt komme ich auf dein Szenario:
Natürlich ist es doof, daß man dabei ein System im Spiel hat, welches die meiste Zeit ausgeschaltet ist, und sonst nicht genutzt werden kann.
Worauf es aber eigentlich ankommt, sind die Backup-Platten. die sollten auf jeden Fall geschont werden. Das Backup-NAS (ohne die Backup-Platten) könnte man auch für andere Zwecke nutzen, wenn nicht gerade ein Backup ansteht.
Das würde bedeuten, daß man zum Backup einfach die Backup-Platten ins Backup-NAS einsetzt, den USB-Stick reinsteckt, und dann das Backup durchführt. hinterher legt man die Backup-Platten einfach wieder in den Schrank, und macht etwas anderes mit dem Backup-NAS.
Jetzt kann es natürlich sein, daß man diese Plattentausch-Aktion nicht so sehr mag (so wie ich). In diesem Fall gibt es eine sehr bequeme Lösung, welche allerdings ~100€ zusätzliche Kosten verursacht: Man baut die ganzen Backup-Platten in ein externes Gehäuse, wie z.B. das Fantec QB-35US3 ein, welches man dann direkt an das Haupt-NAS anschließt.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, weshalb man noch ein zusätzliches Gerät einsetzen soll, wenn man doch ein zweites NAS hat?
Oder auch:
Weshalb braucht man ein zweites NAS, wenn es doch auch mit einem externen Gerät geht?
Die Antwort ist ganz einfach: Bei dem externen Gerät ist die Datenübertragung bei großen Datenmengen viel langsamer, weil sich die Festplatten im externen Gerät eine einzige SATA-Schnittstelle teilen müssen. Für den Erstabgleich der Daten ist das evtl. ziemlich doof, aber für die späteren Abgleiche, welche inkrementell laufen, ist das kein großartiger Nachteil. Es ist völlig Latte, ob ein Abgleich nun fünf, oder stattdessen acht Minuten braucht. Wenn man sein Backup-NAS noch für andere Zwecke nutzen möchte, dann ist dies eine sehr bequeme Möglichkeit.
Sollte man tatsächlich den kompletten Datenbestand der Backup-Platten auf das Haup-NAS zurückspielen müssen, dann baut man die Platten vom externen Gerät in das Backup-NAS ein, und transferiert von dort aus. Dann hat man die maximale Geschwindigkeit.
Noch ein Punkt: Mit dieser Methode (zweites NAS), muß man sein Haupt-NAS nicht gleich auf die Maximalausbaustufe beim Plattenplatz aufrüsten. Hier kann man sich dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Das hält die Kosten niedrig, und eine Erweiterung kann sehr streßfrei erfolgen.
Meine Vorschläge:
- Nutze die Snapshotmöglichkeiten auf dem Haupt-NAS
- Mach deine VM-Projekte auf dem Backup-NAS auf einer eigenen Platte. Die Backup-Platten sind nur für das Backup da. Sie sind ansonsten keine nutzbare Ressource.
- Nimm die Backup-Platten aus dem Backup-NAS raus, wenn du dort etwas anderes machst. Alternativ: externes Gehäuse.
- Nutze die ZFS-eigenen Backupmöglichkeiten in einer ZFS-Umgebung. Nur die sind wirklich effektiv. Mit Windows-Software kommst du hier nicht weit.
Zu deiner Frage mit dem Downgrade auf 9.1, um Wol nutzen zu können:
Du kannst einen Pool, welcher unter N4F 9.2 erstellt wurde, nicht mehr unter 9.1 ansprechen. Das hängt mit den ZFS-Versionen zusammen.
Ein Pool, der unter 9.1 erstellt wurde, kann aber natürlich unter 9.2 genutzt werden.
Hier wäre also eine Daten-Umkopieraktion angesagt, damit du die 9.1 nutzen kannst.
Anmerkung: Man kann unter 9.2 natürlich einen Pool erstellen, der auch mit der 9.1 gelesen werden kann, aber das muß man bei der Pool-Erstellung angeben.
Hilft uns hier zwar nicht weiter, steht aber der Vollständigkeit halber hier mit dabei.
Grüße
Princo