Mike wrote:Danke für die Antwort. Nun, wie ich oben schon schrieb, habe ich gefühlt keinen Unterschied feststellen können. Stoppuhr nehme ich gern an Stelle von Benchmarks, es wird aber, wie Du schon andeutest, minimal bleiben.Die SSD mit 60GB lag sowieso rum, ist auch mit dieser Größe schon etwas veraltet.
Nicht unbedingt. Bei der Nutzung als Lese-Cache braucht man keine riesigen SSDs. Bei der Nutzung als Schreib-Cache sogar noch weniger (~0,5 x RAM).
Mike wrote:Steckplatz war noch frei, Erweiterung ist nicht vorgesehen, also stört die SSD nicht.
Wenn du sowohl Lese- als auch Schreibcache nach den offiziellen Empfehlungen betreiben möchtest, brauchst du dafür sogar drei Anschlüsse, aber dazu später mahr.
Mike wrote:Generell muß ich leider feststellen, daß mein Fileserver immer mehr zum Erst-Backup-Server mutiert ( keine 24/7 Platten), der eigentliche Backup dient dann nur noch der zusätzlichen Sicherheit. Ist auch Bequemlichkeit dabei, der Fileserver im Keller muß über Funksteckdosen gestartet werden, außerdem ist die Bootzeit doch beträchtlich.
"Ein Tick zu viel Bequemlichkeit", ist der sichere Killer jeder Backup-Strategie.
Mike wrote:Mir fiel beim Lesen im Netz auf, daß bei NAS-Cache zwischen Read und Write-Cache unterschieden wird, dem zu Folge 2 Cacheplatten eingesetzt werden müßten. Kannst Du da ein paar erklärende Worte zu schreiben?
Es ist richtig, daß davon abgeraten wird, den Lese-Cache und den Schreib-Cache auf der gleichen SSD zu betreiben, und über das Web-GUI von NAS4Free kann man das auch gar nicht so einrichten.
Du wirst aber auch immer jemanden finden, der dir erzählen wird, daß das gar kein Problem wäre.
Rein technisch ist ein gemeinsamer Betrieb möglich, aber ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage.
Dazu kommt, daß es empfohlen wird, den Schreibcache (ZIL, oder auch Log-Device genannt), als Mirrored-Device einzurichten (also zwei SSDs, nur für den Schreibcache!).
Auch hierüber wird irgend jemand anderer Meinung sein...
Es gab früher mal eine recht gute Zusammenstellung unter dem Namen "ZFS Best Practices Guide" auf den solarisinternals-Seiten. Leider ist diese Seite mittlerweile abgeschaltet, und es existieren nur noch diverse PDF-Kopien davon im Netz (einfach danach googeln).
Ich zitiere daraus mal auszugsweise zur Frage "Wann lohnt sich ein Schreib-Cache (ZIL, oder auch Log Device)?:
- If your server hosts a database, virtual machines, iSCSI targets, acts as a NFS server with the clients mounting in
"sync" mode, or in any way has heavy synchronous write requests, then you may benefit by using a dedicated log device
for ZIL.
- The benefit of a dedicated ZIL depends on your usage. If you always do async writes, it won't matter at all, because the
log device can only accelerate sync writes to be more similar to async writes. If you do many small sync writes, you will
benefit a lot. If you do large continuous sync writes, you may see some benefit, but it's not clear exactly how significant.
Und zum Thema "Weshalb sollte der Schreib-Cache als Mirrored-Device eingerichtet werden?":
- During normal operation, a log device is normally only written. It is normally only read during bootup, or
zpool import. It is possible for a drive to fail in such a way that it does not report any errors during all those
writes, and only reports failure during the first read.
- If you're unluck y enough to have that situation, and discover it after an ungraceful shutdown, while there was data supposedly in the log device... If your device was unmirrored, then you will lose the sync writes that
were supposedly in the log device. This means you could possibly lose up to several seconds worth of writes
that were thought to be complete before the crash.
Das ist jetzt ein Punkt, wo ein klassischer
Systemadministratur und ein engagierter
Home-Nutzer völlig anders ticken.
Beide wollen natürlich richtig Speed auf ihren Maschinen haben, aber der Systemadministrator wird die Sicherheit immer höher bewerten.
Das führt dann dazu, das der Systemadministrator tatsächlich drei SSDs in seine Kiste baut, während der Home-Nutzer ganz stolz darauf ist, mit nur einer SSD auszukommen.
Der Systemadministrator ist übrigens derjenige, der hinterher noch seine Daten verfügbar hat (Anmerkung: in früheren ZFS-Versionen konnte man seinen
kompletten Datenbestand verlieren, wenn der Schreib-Cache fehlerhaft war).
Worauf ich hinaus will:
Der Einsatz von SSD-Caches
kann durchaus Performance-Vorteile ergeben, aber es stellt sich die Frage, ob es sich im praktischen Betrieb auch tatsächlich
lohnt.
Auf der Gegenseite steht, daß man sich damit eine zusätzliche Fehlerquelle ins System holt.
Noch etwas darf man nicht vergessen: Der Cache sorgt nicht dafür, daß die Daten tatsächlich schneller auf dem angeschlossenen Pool landen. Er signalisiert dem sendenden System nur eher, daß die Daten jetzt eingegangen sind.
Im Normalfall, also ohne Kenntnis der genauen Nutzungsweise, rate ich daher von der Einrichtung von SSD-Caches ab. Das bedeutet jedoch nicht, daß ich grundsätzlich dagegen wäre.
Ein NAS4Free-System arbeitet imho bereits in der Standard-Einstellung flott genug.
Sollten sich dennoch Performance-Probleme einstellen, so bedarf dies einer genaueren Betrachtung. Als Ergebnis
kann dabei heraus kommen, das ein zusätzlicher Cache sinnvoll ist, aber es kann sich auch zeigen, daß das Problem an einer völlig anderen Stelle liegt.
Grüße
Princo